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#09 Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft

Der Weltklimarat hat am 8. Oktober 2018 einen Sonderbericht veröffentlicht. In diesem empfiehlt er, als Klimaziel eine globale Erwärmung von maximal 1,5 Grad Celsius festzuschreiben.


Transparenz durch Zertifikate

Eine Erderwärmung von 2 Grad Celsius hätte unvertretbare Folgen für die nachhaltige Entwicklung und für die Beseitigung der Armut. Um das 1,5-Grad-Celsius-Ziel zu erreichen, müsse allerdings sofort gehandelt werden.


Der 5. Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)) kommt zu dem Schluss, dass 32 % des weltweiten Energieverbrauchs und 19 % aller Treibhausgasemissionen auf Gebäude zurückzuführen sind. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, bietet der Immobiliensektor daher viel Potenzial: So können über innovative Gebäudetypen und Quartierskonzepte bei neuen Immobilien, aber auch über energetische Maßnahmen bei bestehenden Immobilien der Energieverbrauch und die dadurch verursachten CO2-Emissionen erheblich gesenkt werden.


Nachhaltig ausgerichtete Immobilien reduzieren aber nicht nur die Umweltbelastung, sondern verbessern auch das Umfeld, in dem Menschen arbeiten, einkaufen und leben. Gemäß Jones Lang LaSalle sind nachhaltige Immobilien außerdem liquider, erwirtschaften einen höheren Ertrag und haben zufriedenere Mieter. Daher finanzieren viele Unternehmen aus der Immobilienbranche – wie auch die Aareal Bank Gruppe – Objekte, die auf nachhaltige Technologien, wie Photovoltaik- oder Solarenergieanlagen, setzen.


Da wir nahezu ausschließlich Bestandsimmobilien finanzieren, sind unsere Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Nachhaltigkeit der von uns finanzierten Immobilien nur mittelbar, z.B. über die Schaffung von Transparenz bei der Gebäudebewertung. Den gleichen Zweck verfolgen Green-Building-Zertifikate, die neben den klassischen ökonomischen Kriterien – Lage, Drittverwendungsfähigkeit, Bonität der Mieter usw. – immer bedeutungsvoller bei der Ermittlung der Werthaltigkeit von Immobilien werden.


Derzeit gibt es in den sieben größten Städten Deutschlands 7,2 Millionen Quadratmeter nachhaltig zertifizierte Büroflächen. Das entspricht einem Anteil von 7,8 Prozent an der Gesamtfläche. Von den Bürogebäuden, die über die Aareal Bank im Geschäftsjahr 2018 im Rahmen der Erstkreditvergabe weltweit finanziert wurden, verfügen 73 Prozent (bzw. € 1,6 Mrd. Finanzierungssumme) über ein Green-Building-Zertifikat bzw. streben dieses an. Auch bei anderen Gebäudearten werden Zertifizierungen häufiger: Ein von uns 2017 finanziertes Logistik-Portfolio mit sieben Gebäuden in Großbritannien war bereits komplett nachhaltig zertifiziert.


„Die allermeisten Großunternehmen in Frankreich und Deutschland bzw. in den Metropolen Europas nehmen bei der Anmietung größerer Büroflächen ein Nachhaltigkeitszertifikat als unabdingbare Voraussetzung in den Anforderungskatalog auf. Gerade für Unternehmen, die auf nachhaltiges Handeln setzen, ist die angemessene Zertifizierung mittlerweile eine Conditio sine qua non.“

Martin Vest – Managing Director, Aareal Bank AG

Und daran arbeiten wir

  • Studentisches Wohnen – nach den ersten zwei erfolgreichen Deals in Q2 2018 steht diese Asset-Klasse nun als weitere Objektart in ausgewählten Ländern im Fokus
  • Nutzen von Potenzialen aus dem Engagement bei der Finanzierungsplattform BrickVest
  • Erweiterung des für die Neugeschäftssteuerung eingesetzten Pipelinetools mit dem Ziel, die Vertriebs- und Portfoliosteuerung durch taggenaue und zentral verfügbare Informationen weiter zu optimieren
  • Erhöhung der Transparenz zu Nachhaltigkeitsaspekten und -risiken im Finanzierungs­portfolio, u.a. über ein Pilotprojekt mit Carbon Delta

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